Jungrinder und alte robuste Rinderrassen

Wandel in der Rinderhaltung

Ökologische Tierhaltung bezieht sich nicht nur auf den Verzicht auf Mast und Kraftfutter, sie beginnt schon bei der Herdenführung.rinder4

Wir halten derzeit zwei Herden mit jeweils knapp 30 Mutterkühen mit ihren Kälbern und einem Stier. Die eine Herde besteht ausschließlich aus Murnau-Werdenfelsern, die andere Pinzgauer und Pinzgauer-Kreuzungen. Die Murnauer  und Pinzgauer Rinder gehören zu den historischen Nutztierrassen, deren Erhaltung für die genetische Vielfalt von großer Bedeutung ist.

Unsere Stiere, Mutterkühe, Kälber und unser Jungvieh grasen auf den Weiden um Mooseurach und verbringen die kalten Wintertage in dem Freilaufstall am Hof.

Heranwachsen und Reifen im Rhythmus der Natur

Im Gegensatz zur Milchviehhaltung dient die Mutterkuhhaltung ausschließlich der Fleischerzeugung. Unsere Kühe geben nur Milch, solange sie ihre Kälber stillen. Der Bulle darf dauernd mit der Herde zusammen sein, so lebt die ganze Herde harmonischer. Nach 8-12 Monaten werden aus den Kälbern „Halbstarke“. Sie würden in der Natur die Herde verlassen, bei uns werden sie ausgesondert und dann geschlachtet. Das Heranwachsen und Reifen erfolgt also im Rhythmus der Natur. Die Mutterkühe bekommen genug Zeit sich für ein neues Kalb zu stärken.

Weniger Stress bringt besseres Fleisch und mehr Lebensqualität für die Rinder
robuste Nutztierrassen

Mit Sorgfalt und geübtem Blick beobachtet der Landwirt, welche Rinder wann das Gefüge in Unruhe versetzen würden. Er steht in ständigem Kontakt zu „seinen“ Tieren. Im Vergleich zur konventionellen Herdenführung heißt das: Unsere Rinder werden früher geschlachtet. Sie trinken noch Muttermilch, das bringt den nötigen Fettgehalt, der sonst eher durch Kraftfutter erreicht wird.  In der konventionellen Rinderzucht ist es attraktiver, die Rinder älter werden zu lassen, da es mehr Fleischmasse bringt.

Unser Rindfleisch nennt man auch Babybeef, wir nennen es lieber Jungrindfleisch.

Das Jungrindfleisch ist nicht so weiß wie Kalbsfleisch, es ist hellrot mit einer besonderen Färbung. Die Qualität des Fleisches gewinnt durch die ausschließliche Fütterung mit Produkten vom Hof und durch die artgerechte Haltung.

Aus Liebe zu alten, robusten Rinderrassen: Murnau-Werdenfelser und Pinzgauer

Auch die Umstellung auf historische Rinderrassen fördert die Qualität des Mooseuracher Bio-Fleisches. Denn Murnau-Werdenfelser und Pinzgauer haben sich über Jahrzehnte an unsere Region angepasst, sie sind robuster, widerstandsfähig und gesünder.

Typisch Murnau WerdenfelserDie Wiesen um Mooseurach herum sind naturgemäß feuchter. Die Murnau-Werdenfelser schonen sie, da sie leichter und kleiner als moderne Rinderrassen sind. Sie verwerten das kärgere Futterangebot, das nasse Wiesen mit sich bringen, optimal. Also können Mutterkuh und Kalb daraus den Fettgehalt im Fleisch ansetzen, der so wichtig für den Fleischgeschmack ist.

Mehr zu den Murnau-Werdenfelser finden Sie in dem Artikel „Nah dran, Murnau-Werdenfelser Rinderherde von Manfred Schmidt zieht nach Mooseurach“.